Insel-Frühling

Schönheiten am Wegesrand.
Schönheiten am Wegesrand.

„Die Gärten, Wiesen, Raine schütteten Füllhörnern gleich die Blumen vor unseren Augen aus. Vor allem war eine glänzend gelbe Margerite vertreten, dann die Kamille und der Mohn. Die Farben sind so leuchtend und gedrängt, daß sie das Auge kaum zu fassen vermag, wenngleich es der Aufgabe, sie zu bewältigen, nicht müde wird.“

Ernst Jünger, Spaziergänge am Mittelmeer

 

Der Insel-Frühling ist auch die Zeit der Vögel. Unzählige Arten leben auf der Insel, viele Vogel-Beobachter tummeln sich in teilweise spektakulärer Kleidung und mit nicht weniger spektakulärem Zubehör auf der Insel. Aber, keine Sorge, scheinbar wurde ihnen gesagt, dass die Vögel sich nur an sehr wenigen, ausgewählten Plätzen befinden. Die Insel aber ist groß ... es bleiben also noch viele schöne Plätze übrig, an denen kein Fernrohr die Sicht auf das geniale Vogel-Spektakel versperrt.

 

Der Olivenbaum erwacht aus dem Winterschlaf. Der Baumschnitt ist zu einem großen Teil bereits im Herbst bei der Ernte mit erledigt worden. Wenige junge Triebe müssen im Frühjahr entfernt werden, denn wenn der Baum dürfte, wie er wollte, würde er wieder zu einem Busch. Der wilde Ölbaum war ein Busch, erst die Kultur hat ihn zum bekannten Baum gemacht. Die zartgelben Blüten erscheinen und zeigen an, dass dem Rhythmus der Natur auch in diesem Jahr zuverlässig vertraut werden kann.

Insel-Sommer

Die Sommerhitze lässt die Vegetation pausieren.
Die Sommerhitze lässt die Vegetation pausieren.

„Die Zikaden schrillten, das Holz knisterte, die Zypressen zitterten wie unter dem Pinsel des van Gogh.“

Ernst Jünger, Spaziergänge am Mittelmeer

 

Die trockene Hitze des Sommers schadet dem Olivenbaum nicht, denn seine Wurzeln reichen acht bis neun Meter tief. Und dort finden sie ausreichend Wasser. Die Oliven reifen heran und leben dabei in freier Symbiose mit den Kräutern, die am Fuße der Bäume wachsen und ihre ätherischen Öle verschwenderisch verströmen. Thymian-, Oregano- und Zistrosen-Aromen werden während dieser heißen Monate in das Olivenaroma eingebettet. Manchmal schaut ein Nymphe vorbei ...

Insel-Herbst

Im Herbst werden nicht nur die Oliven reif.
Im Herbst werden nicht nur die Oliven reif.

Der Herbst ist die Zeit des sehnsüchtig erwarteten Regens, der die Insel erneut verwandelt. Die Landschaft grünt erneut, ein zweiter Frühling?


Die Oliven benötigen den Regen zur Bildung des Olivenöls, ohne Regen keine Ernte. Die Oliven würden rosinenartig vertrocknen und abfallen. Im Gegensatz zu uns Nordlichtern sehnen die Insel-Griechen deshalb den Regen herbei. Etwa 10-14 Tage Regen brauchen die Oliven, um in das Reifestadium einzutreten, aber auch der Zeitpunkt des einsetzenden Regens im Jahresverlauf ist wichtig. Zu spät im Jahr erst fallender Regen bedeutet ebenfalls eine Minderung der Ölqualität, weil der optimale Reifegrad schon überschritten wurde bevor eine nennenswerte Ölproduktion in der Frucht eingesetzt hat.

Insel-Winter

Oliven auf dem Weg zum Olivenöl.
Oliven auf dem Weg zum Olivenöl.

Die Natur ruht, manchmal fällt sogar Schnee - selten. Winterstürme toben über die Insel, Nachbarn sehen sich kaum. Man hat sich vorher einen guten Winter gewünscht, im Frühjahr wird man sich wiedersehen.


Im Winter werden die geernteten Oliven zu Öl weiterverarbeitet. Die Reifung des Olivenöls nimmt dabei die meiste Zeit in Anspruch. Glücklicherweise reift das Olivenöl ohne unser Zutun. Nach der körperlich anstrengenden Olivenernte ist die Winterruhe für die Olivenbauern erholsam und notwendig