Licht, See und Inseln - so sah Goethe die homerische Welt.


Molivos - das antike Mithimna.
Molivos - das antike Mithimna.

„Das Wunderbare ruft in uns kein Erstaunen hervor, denn das Wunderbare ist uns am tiefsten vertraut. Das eigentliche Glück, das uns sein Anblick bietet, liegt darin, daß wir die Wirklichkeit unserer Träume bestätigt sehen.“

Ernst Jünger, Spaziergänge am Mittelmeer.

Das Licht war auch das erste, was uns auf Lesbos beeindruckte. Das Licht und die unglaubliche Tiefenschärfe, die beim Blick in die Landschaft überraschte. Lesbos ist die drittgrößte Insel in der Ägäis. Und die griechische Insel, die uns berührt hat.


Die geografische und historische Nähe zur türkischen Küste spiegelt sich in vielen Details des Insel-Lebens, z. B. in der hervorragenden Insel-Küche mit teilweise überraschenden Rezepturen und Gewürzen, wider.


„Als die Wasser des Ägäischen Meeres sich teilten und die Berge von Lesbos aus der Tiefe aufzusteigen begannen, feucht, glänzend und still, da sahen die Wogen überrascht die Insel, ihren neuen Freund. (...) Laßt uns (...) von der Insel erzählen, dem neuen Land, das das Licht mit der friedlichen Stille verband, von ihrem Umriß und ihrem Rhythmus, der so sanft ist, als trage er das Schweigen in sich. Laßt uns (...) erzählen von dem Wunder des Ägäischen Meeres. Und die Wogen kamen (...) und alle sprachen sie von dem Kunstwerk dieser Insel, von dem Kleinod der Harmonie und des Schweigens.“

Illias Venesis, Äolische Erde.


Lesbos ist groß, ca. 1.600 qkm und hat ca. 90.000 Einwohner. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs und die höchsten Erhebungen liegen bei knapp 1.000 m. Zwei große Meeresbuchten geben der Insel eine sehr besondere Form und sorgen mit dafür, dass die Insel unendlich viele Strandkilometer bei einer Gesamtküstenlänge von ca. 350 km zu bieten hat.


„Nirgendwo, auf keinem anderen Ort der Erde, herrschen die Sonne und der Mond so harmonisch zusammen, teilen sich ihre Macht so genau gerecht, wie auf diesem Erdstück, das irgendwann, wer weiß in welchen unwahrscheinlichen Zeiten, welcher Gott, um seine gute Laune zu zeigen, pflückte und wehte weit entfernt, wie ein Platanenblatt in der Mitte des offenen Meeres. Ich rede über die Insel, die später, als sie bewohnt wurde, „Lesbos“ benannt wurde und ihre Lage, so wie wir sie auf die geografischen Karten gezeichnet sehen, scheint nicht so sehr der Wirklichkeit nach zu kommen.“

Odysseas Elytis, Literaturnobelpreisträger.

 

Odysseas Elytis war es, der uns bei der Namensgebung für unser Projekt zur Seite stand. Die Inselform erinnert an ein Platanenblatt. Auf der Agora, dem Hauptplatz eines jeden Dorfes, stehen ehrwürdige Platanen als gemeinschaftsbildende Orte der Dorfbevölkerung oder einfach als Schatten spendender Sitzplatz im glühenden Sommer.