Geschichte des Olivenöls in Griechenland


Jeder Olivenbaum - ein Blick in unsere Geschichte.
Jeder Olivenbaum - ein Blick in unsere Geschichte.

„Auf der Agora von Megara stand ein uralter wilder Ölbaum, der in die Heldenzeit hinaufreichte.“

Theophrast, Plinius


Aber die Kultivierung des Olivenbaums haben auch die Griechen lernen müssen. Der Ölbaum wurde wahrscheinlich zuerst von den im südlichen Vorderasien lebenden semitischen Volksstämmen veredelt und zu reichem Ertrag geführt, so vermutet Victor Hehn in seinen Ausführungen über den Ölbaum:

 

„Wir werden also (...) sagen dürfen: in der vielleicht langen Zeit, deren Denkmäler uns bei Homer vorliegen, sehen wir die Feigen- und Olivenkultur erst fremd und unbekannt, dann sich ankündigen, dann in späteren Zusätzen und in einem Gleichnis deutlich hervortreten, zunächst natürlich auf ionischem Küsten- und Inselboden.“


Das Olivenöl wurde historisch zuerst als wertvolles Mittel zur Körperpflege, dann als Brennmaterial für Lampen und zuletzt erst als Lebensmittel eingesetzt.


„Aristaios, ein alter arkadischer, thessalischer, böotischer Hirtengott, galt als der Erfinder der Olive und des Öls - Diodor: ,Dieser hat als erster die Menschen gelehrt, das Öl zu gewinnen; er selbst hat es von den Nymphen gelernt.‘ Man bemerkte, daß Aristaios nicht, wie Athene, den Ölbaum erschaffen, sondern das Öl oder die Olive erfunden hatte, daß er (...) die Ölbereitung, gelehrt, zu der auch der Gebrauch der Ölpresse (...) gehört.“ Victor Hehn


Ein Volk, das einen eigenen Gott benennt, dem es die Erfindung der Ölbereitung zuweist, muss sich der Bedeutung des Olivenbaumes und seiner Früchte für das eigene Leben sehr bewusst gewesen sein.


Der gesamte Aufsatz von Victor Hehn, z. B. nachzulesen im Buch „Olive, Wein und Feige“ erschienen bei insel taschenbuch, lohnt die Lektüre. Hier wird der Versuch unternommen, das mythologische Spektrum der Olivenbaum-Überlieferungen im historischen Kontext darzustellen.