Lernort Olivengarten

Unser Projekt begann vor sieben Jahren mit dem Wunsch, einen wirtschaftlichen und sozialen Hilfsimpuls für die Entwicklung unserer Insel zu senden. In diesem Herbst starten wir eine weitere Etappe unseres Projektes und drehen dafür unsere Blickrichtung um. Hilfsansätze sind nicht nur wirtschaftlicher Natur, wertvolle Erfahrungsräume für junge Menschen eröffnen sich oft gerade jenseits von wirtschaftlichem Wohlstand und ökonomischer Sicherheit.

 

Vor diesem Hintergrund möchten wir, gemeinsam mit der heilpädagogischen Talander Schulgemeinschaft aus Wangen im Allgäu, einer Gruppe von Mittel- und Oberstufenschülern die regelmäßige Mitarbeit in unserem Olivenhain ermöglichen.

 

Die jungen Menschen haben einen anerkannten Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung. Unterschiedliche Ausgangssituationen in den Herkunftsfamilien, Gewalt- und/oder Missbrauchserfahrungen sowie schwere Vernachlässigungen in der frühen Kindheit haben die seelische Entwicklung der betroffenen Jugendlichen gestört. An der Talander Schule wird versucht, diesen Kindern und Jugendlichen einen Schulbesuch und -abschluss zu ermöglichen. Ein neues Milieu kann Entwicklungsprozesse beeinflussen. Durch das Verlassen der angestammten Lebenswelt werden Routinen, die das alltägliche Handeln strukturieren, unterbrochen. Neuordnungsprozesse werden notwendig und Verhaltensänderungen möglich. Es entstehen Distanz und Entlastung von Beziehungen, in und an denen die jungen Menschen bereits zu oft gescheitert sind. 

 

Durch das unbekannte Umfeld im Olivenhain wird ein „Entweichen" erschwert und somit das "Einlassen" gefördert. Die jungen Menschen sind auf die Betreuenden angewiesen, was mehr als sonst ermöglicht, dass sie sich auf die Beziehungsangebote einlassen. Die natürlichen Notwendigkeiten aller Arbeiten in der Landwirtschaft, begleitet von einem authentischen Hain-Team, können auf die Jugendlichen gesundend wirken. Die Hain-Besuche sollen alljährlich fortgeführt werden. Und zwischen den Reisen entstehen ganz alltägliche Anknüpfungspunkte für das Schulprojekt: wir kochen gemeinsam in der Schulküche mit unserem Olivenöl oder arbeiten gemeinsam beim Lagern und Versenden des Olivenöls an die Mitglieder unserer Gemeinschaft. Das Projektbüro Platanenblatt durfte nämlich in den Räumen der Talander Schulgemeinschaft sein neues Zuhause finden.
Das Schulprojekt konnte nur entstehen, weil sich tatkräftige und visionäre Spender finden ließen, die mit uns an den Wert des deutsch-griechischen Schülerprojektes glauben. Wir danken an dieser Stelle sehr herzlich der Sonett Stiftung, der Kantorka Stiftung und vielen Privatpersonen und regionalen Unternehmen, die uns durch eine Geldspende oder das Angebot von Schülerjobs für unsere Schüler, deren Verdienste dann ins Projekt fließen, unterstützen. 
Wir freuen uns über jede zusätzliche Spende für unser Projekt. Platanenblatt e. V. ist als gemeinnütziger Verein berechtigt, Spendenbescheinigungen auszustellen. Und Geld wird weiterhin dringend benötigt! Sprecht uns gerne an, wenn ihr mehr darüber wisen möchtet.
„Wir haben die Pflicht zu säen. Es werden sicherlich nicht alle Samen keimen, aber uns reicht es, dass einer davon aufgeht. Das wird weitere Früchte tragen, aus denen weitere Samen hervorgehen werden." [Joseph Beuys, Installation „Olivestone“, 1984]