Frühling im Olivengarten

Die Olivenernte ist vorbei, die neue Blüte steht vor der Tür und der Olivengarten bedankt sich für die Pflege mit ausgedehnten Blütenteppichen, wilden Orchideen und Wildgemüse, das in Griechenland Chorta (χόρτα) genannt wird. In dieser Jahreszeit findet man besonders verschiedene Korbblütler und Löwenzahnarten. Die Wildgemüse werden gekocht, mit Olivenöl, Zitronensaft, Salz und evtl. weiteren Gewürzen angemacht und dann lauwarm oder kalt als Salat gegessen. Sehr lecker und sehr gesund.

 

Auch findet sich bereits das erste Oregano, ganz frisch und leuchtend grün. In der vergangenen Woche war die jährliche Bio- und Demeterkontrolle bei uns im Olivengarten. Wir haben nun auch unsere Kräuter zertifizieren lassen, so dass wir ca. ab Juli, Demeter-Oregano haben werden. Das gilt auch für unsere beiden Pflegeöle (Johanniskrautöl und Calendulaöl), die wir mit den Heilpflanzen und dem Olivenöl aus unserem Hain herstellen.

 

Während der letzten Erntetage haben wir schon deutlich gespürt, dass die Sonne immer kräftiger wird. Beim Arbeiten war manchmal sogar das T-Shirt zu warm. Schon im antiken Griechenland haben Mütter ihren Kindern im März ein Armband aus roten und weißen Fäden umgelegt. Das sollte sie vor der ab dann stärker werdenen Sonne schützen. Wenn der März dann zuende geht, wird das Märzband in einen Baum gehängt und dient den gerade mit Nestbau beschäftigten Vögeln dann als Baumaterial. Dieser traditionelle Brauch ist auf Lesbos noch immer sehr lebendig. Natürlich haben wir unsere Märzbänder in unsere Olivenbäume gehängt deren Blüte gerade beginnt. Das soll nämlich auch dafür sorgen, dass der Baum eine reiche Ernte bringen wird.