Jetzt kommt die Olivenöl-Krise?

Das war der Titel eines Berichts im Spiegel zum Anfang diesen Jahres. Ohne das Fragezeichen. Zu dem Zeitpunkt war bereits klar, dass die Olivenernten in Italien, Spanien und Griechenland katastrophal waren. Wegen des ungünstigen Wetters in 2016 – ein langer, zu kalter Frühling und ein extrem trockener Sommer – kam es zu sehr kleinen Erntemengen.
Durchschnittlich verloren die Olivenbauern 50 - 70% ihrer Ernte gegenüber dem Vorjahr. Daher wurde in der deutschen Presse bereits vor Preissteigerungen gewarnt und zur Vorratshaltung geraten. Unsere Ernte fiel gegenüber dem nicht besonders ertragreichen Jahr 2015 um satte 50% geringer aus. Wir werden daher voraussichtlich bereits gegen Mitte des Jahres komplett ausverkauft sein.

Das alles ist für die Bauern sehr schlimm, die eigentliche Olivenöl- Krise ist aber eine andere, und sie macht den Olivenbauern nicht

erst seit diesem Jahr Probleme.


Die Erwartung, echtes Natives Olivenöl extra könne man billig im Discounter kaufen, führt nun schon seit Jahren dazu, dass gepanschte, verun- reinigte und schlicht falsch etikettierte Olivenöle verkauft werden und so das Vertrauen in das Produkt Olivenöl und die Olivenölkultur erschüttert

wird. Damit die Discounterpreise möglich werden, werden die südeuropäischen Olivenbauern seit Jahren extrem im Preis gedrückt.

In einer Pressemitteilung der Zeitschrift Merum aus dem Februar 2017 „Olivenöl: Stiftung Warentest ignoriert Etikettenschwindel“ werden deutliche Worte gesprochen:

„Echtes Natives Olivenöl extra kann nicht billig sein! Sollen Bauern überleben und ihre Haine pflegen können, müssen sie für ihre Oliven fair entschädigt werden. Die Preise der Discounter- und Markenöle sind nur möglich, weil Bauern rund ums Mittelmeer dafür ausgeblutet werden.“

"Stiftung Warentest veröffentlicht in immer kürzeren Abständen Testberichte über Olivenöl. Wie seine Vorgänger erweckt auch der jüngste Test (Ausgabe 2/2017) den trügerischen Eindruck einer kritischen Untersuchung. Erst bei genauerem Hinsehen ist zu erkennen, dass – erstens – keine echten Öle von Olivenproduzenten, sondern ausschließlich Massenware von Handels- und Abfüllbetrieben getestet wurden, dass – zweitens – falschetikettierte Olivenöle (14 von 24) als Extra nativ durchgewunken werden und dass – drittens – dem Verbraucher zum wiederholten Male klargemacht wird, wie verseucht das Lebensmittel Olivenöl doch ist. Viertens – dies zur Beruhigung der verunsicherten Leser – besinnt man sich dann der eigenen Mission „Natives Olivenöl extra muss nicht teuer sein“ und ruft als Gewinner des Tests drei Öle der größten deutschen Discounter aus. (Merum hat die Öle umgehend nachgetestet und sensorische Abgründe erlebt.)“

Zum Glück gibt es Alternativen, Olivenbauern die Wert auf ihr Produkt und ihr Tun legen, die stolz sein möchten auf das was sie erzeugen. Wie

wir aus eigener Erfahrung wissen, muß man diese allerdings häufig mit der Lupe suchen. Unser leckeres Bio-Olivenöl aus Lesbos ist ganz sicher

eine davon.

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Kommentare: 1
  • #1

    Marlene Hinterwinkler (Mittwoch, 22 März 2017 15:48)

    Vielen Dank für diesen Artikel und wir hoffen, dass ihn viele Verbraucher lesen und danach handeln.

    Der Artikel ist verlinkt auf der Seite der Genussgemeinschaft Städter und Bauern e.V.
    Danke für eure Mühe.